Pico do Areeiro mit Kindern: die Plattform ja, der Gratweg nicht
Aktualisiert 1. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit
Die kurze Antwort: Die Plattform ja, der Gratweg nicht. Vom oberen Parkplatz sind es wenige Minuten auf befestigtem Weg zum Hauptaussichtspunkt auf 1.818 Metern, und dieser Teil funktioniert in fast jedem Alter. Der PR1-Gratweg zum Pico Ruivo ist eine ganz andere Unternehmung – hunderte Stufen, ausgesetzte Passagen, unbeleuchtete Tunnel. Zwei Dinge entscheiden über den Tag: die Kälte oben, und ob Sie wirklich einen Start um drei Uhr nachts wollen. Mit Kindern liefert die Sonnenuntergangstour dasselbe Licht und dasselbe Wolkenmeer, ohne dass nachts jemand geweckt wird – 35 € für 3 Std. 30 Min., mit dem Aussichtspunkt Treppe zum Himmel als Option, die Sie auch weglassen können.
Preise und Termine für die Pico-do-Arieiro-Sonnenuntergangstour ansehen
Der Berg wird auf Schildern, Karten und Buchungsseiten mal Pico do Areeiro, mal Pico do Arieiro geschrieben. Beides meint denselben Gipfel; wir bleiben hier bei „Areeiro“. Verwirrender als die Schreibweise ist etwas anderes: Unter diesem Namen werden zwei Ausflüge verkauft, die kaum weniger gemeinsam haben könnten.
Zwei völlig verschiedene Dinge, ein Name
Erstens die Aussichtsplattform. Vom oberen Parkplatz sind es wenige Minuten auf befestigtem Weg zum Hauptaussichtspunkt. Kein Kletterstück, kein Gefälle, das Kinderwagen ausschließt – ein Spaziergang, der für fast jedes Alter machbar ist. Oben stehen Café, Toiletten und die Radarkuppel der Luftwaffe. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis Porto Santo, gut 48 Kilometer nordöstlich.
Zweitens der PR1, der Gratweg zum Pico Ruivo. Die Tourismusbehörde gibt für die volle Strecke 6,1 Kilometer und rund drei Stunden an – einfach, nicht hin und zurück. Andere Quellen kommen je nach Startpunkt auf acht bis zehn Kilometer und drei bis fünf Stunden pro Richtung. Dazwischen liegen mehrere hundert Höhenmeter auf und ab, in den Fels gehauene Treppen, schmale Passagen mit sehr viel Luft neben dem Weg und mehrere Tunnel, von denen nicht alle beleuchtet sind. Eine Lampe gehört hier zur Grundausstattung.
Wer die Plattform buchen wollte und beim Gratweg landet, hat mit einem Sechsjährigen ein echtes Problem. Andersherum ist die Enttäuschung kleiner, aber auch da lohnt der Blick ins Kleingedruckte: Die geführte Wanderung vom Pico Areeiro zum Pico Ruivo kostet 48 € und dauert 8 Stunden – daneben liegen Rundfahrten wie die Ost-Tour über Pico Arieiro, Santana und Laurissilva für 36,48 € bei 7 Stunden, bei der der Gipfel ein Stopp unter mehreren ist. Gleicher Bergname, anderer Tag.
Vier Ausflüge zum selben Berg
| Tour | Dauer | ab | Bewertung | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| Pico do Arieiro bei Sonnenuntergang, Treppe zum Himmel optional | 3 Std. 30 Min. | 35 € | 4,6 (1.292) | Familien, die ihr Kind nicht nachts wecken wollen |
| Pico Arieiro bei Sonnenaufgang, Frühstück optional | 3 Stunden | 35 € | 4,7 (1.320) | Schulkinder, die fest aufs Wolkenmeer aus sind |
| Ost-Tour über Pico Arieiro, Santana und Laurissilva | 7 Stunden | 36,48 € | 4,8 (3.238) | Familien, die einen ganzen Inseltag wollen, nicht nur den Gipfel |
| Wanderung vom Pico Arieiro zum Pico Ruivo | 8 Stunden | 48 € | 4,5 (2.878) | Teenager und Erwachsene mit Schwindelfreiheit – nicht für kleine Kinder |
Die beiden kurzen Gipfeltouren kosten gleich viel, 35 €, und unterscheiden sich vor allem in der Tageszeit. Die Sonnenaufgangstour bietet Frühstück als Option, die Sonnenuntergangstour den Aussichtspunkt Treppe zum Himmel – mit Kindern womöglich die Option, die Sie lieber ablehnen.
Verfügbarkeit für die Pico-Arieiro-Sonnenaufgangstour ansehen
Die Höhe ist kein Detail
1.818 Meter sind auf Madeira der dritthöchste Punkt, hinter Pico Ruivo und Pico das Torres. Das Besondere: Areeiro ist der einzige der großen Gipfel, zu dem eine Straße fast bis ganz nach oben führt. Von Funchal geht es nach Norden über die ER103 Richtung Poiso, dann abzweigen – je nach Startpunkt und Sicht rund 30 bis 45 Minuten.
In dieser Dreiviertelstunde legen Sie den kompletten Höhenunterschied von Meereshöhe bis auf 1.800 Meter zurück. Das ist kein anderer Ausblick, das ist ein anderes Klima. Manche Menschen – Erwachsene wie Kinder – spüren so einen schnellen Anstieg, andere merken gar nichts. Wir geben dazu ausdrücklich keine Empfehlung ab: Wenn Sie unsicher sind oder Ihr Kind Vorerkrankungen hat, ist das eine Frage für den Kinderarzt oder die Apotheke, nicht für einen Reiseblog.
Praktisch heißt es vor allem: langsam. Die Serpentinen sind kurvenreich, und Kinder, denen im Auto schnell schlecht wird, merken das hier zuverlässig.
Kalt. Wirklich kalt.
Der Punkt, an dem die meisten Familien den Ausflug unterschätzen. In Funchal sitzen Sie abends im T-Shirt am Wasser. Oben stehen Sie 1.800 Meter höher, im Dunkeln, im Wind, auf einer offenen Plattform. Als grobe Faustregel kühlt Luft pro tausend Höhenmeter merklich ab; dazu kommt der Wind, der die Sache noch einmal deutlich verschärft. Es ist nicht „etwas frischer“, es ist eine andere Jahreszeit.
Kleidung ist deshalb das ganze Thema. Mütze, Handschuhe, feste Schuhe, mehrere Schichten und eine winddichte Jacke – auch im Juli. Kinder kühlen schneller aus als Erwachsene und sagen es später, oft erst, wenn sie schon zittern. Eine Decke im Auto hat noch niemandem geschadet. Wer eine Sonnenaufgangstour bucht: Fragen Sie vorher, ob Decken gestellt werden, viele Anbieter tun das.
Ein Start um drei Uhr nachts – ehrlich betrachtet
Sonnenaufgangstouren holen mitten in der Nacht ab. Für ein Kind bedeutet das: geweckt werden, wenn es gerade in der Tiefschlafphase ist, im Dunkeln angezogen werden, eine kurvige Fahrt, dann eine halbe Stunde Warten in der Kälte. Der Tag danach ist meistens gelaufen – rechnen Sie mit einem langen Mittagsschlaf und dünnen Nerven bis zum Abend.
Unsere ehrliche Einschätzung, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit: Mit Schulkindern, die den Anlass verstehen und sich darauf freuen, funktioniert das gut. Mit Kleinkindern und Babys ist es meistens ein Ausflug für die Eltern, den das Kind nur erduldet. Wer flexibel ist, fährt zum Sonnenuntergang statt zum Sonnenaufgang – gleiches Licht, gleiche Wolken, kein nächtliches Wecken.
Verbindliche Mindestalter nennen wir bewusst nicht: Die Anbieter setzen unterschiedliche Grenzen, und was gilt, steht auf der jeweiligen Buchungsseite.
Das Wolkenmeer ist keine Garantie
Der wichtigste Madeira-Satz überhaupt: In Funchal und in den Bergen herrscht unterschiedliches Wetter. An der Promenade kann die Sonne scheinen, während die Gipfel in Wolken stecken – und umgekehrt liegt Areeiro manchmal strahlend über einem geschlossenen Wolkenmeer, während unten Regen fällt. Die berühmten Fotos zeigen den zweiten Fall. Er ist häufig, aber nicht bestellbar.
Genau deshalb sind geführte Touren hier mehr wert als anderswo: Der Guide sieht am frühen Morgen, wie es aussieht, und entscheidet, ob die Fahrt lohnt. Wer mit Kindern nachts aufsteht, sollte vorher wissen, dass es auch grau bleiben kann. Warum die Insel sich so verhält, steht ausführlich in unserem Beitrag zum Wetter in Funchal und in den Bergen.
Was noch zu wissen ist
Geländer und Wegzustand wechseln. Auf der Plattform ist üblicherweise abgesichert, entlang des Grats nicht durchgehend. Nach Unwettern ändert sich das; verlassen Sie sich nicht auf Beschreibungen aus dem Vorjahr, auch nicht auf diese.
Tickets. Für die offiziell ausgewiesenen Wanderwege braucht es inzwischen eine Voranmeldung mit Zeitfenster. Die Modalitäten ändern sich – bei einer geführten Tour kümmert sich der Anbieter darum.
Parken. Es gibt einen oberen und einen größeren unteren Parkplatz. Der obere ist vor Sonnenaufgang schnell voll; vom unteren ist es ein spürbarer Fußweg, was mit müden Kindern in der Kälte den Unterschied macht.
Kein Linienbus. Mietwagen, Taxi oder Tour – anders kommt man nicht hoch.
Unsere Empfehlung
Für die meisten Familien: die Sonnenuntergangstour zum Pico do Arieiro, 35 € für 3 Std. 30 Min. Gleicher Berg, gleiches Licht, gleiche Chance aufs Wolkenmeer – und niemand muss um drei Uhr geweckt werden. Der Aussichtspunkt Treppe zum Himmel kommt als Option, Sie entscheiden also vor Ort, ob Ihr Kind überhaupt in die Nähe des Grats kommt.
Preise und Termine für die Pico-do-Arieiro-Sonnenuntergangstour ansehen
Mit Schulkindern, die den Sonnenaufgang wollen: die Sonnenaufgangstour mit optionalem Frühstück, 35 € für 3 Stunden. Sie kostet gleich viel, und die Frühstücksoption macht aus dem nächtlichen Start etwas, wofür ein Kind belohnt wird.
Wenn ein Tag mehr als den Gipfel abdecken soll: die Ost-Tour über Pico Arieiro, Santana und Laurissilva, 36,48 € für 7 Stunden, mit dem Gipfel als einem Stopp unter mehreren. Sieben Stunden im Fahrzeug sind mit kleinen Kindern viel – mit älteren gut machbar.
Nicht mit Kindern: die Wanderung vom Pico Arieiro zum Pico Ruivo, 48 € und 8 Stunden. Treppen, ausgesetzte Passagen, unbeleuchtete Tunnel. Wir beschreiben sie im Beitrag zur Wanderung vom Pico Arieiro zum Pico Ruivo – als Ausflug für Teenager und Erwachsene, nicht als Familienausflug.
Zum Weiterschauen
Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangstouren – 35 Angebote ab 19 €, Median 50 €. Hier liegen die Fahrten zum Areeiro bei Tageslichtwechsel.
Jeep- und 4x4-Touren – 73 Angebote ab 32,63 €. Viele Gipfelrunden werden im Geländewagen gefahren, oft mit mehreren Stopps.
Private Touren – 20 Angebote ab 36 €, Median 162,50 €. Teurer, aber mit Kindern häufig die bessere Wahl: eigenes Tempo, eigener Abfahrtszeitpunkt, Abbruch ohne Diskussion.