Osttour ab Funchal: was acht Stunden Richtung Santana wirklich bringen
Aktualisiert 1. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit
Die kurze Antwort: Die Osttour ist ein Fahrtag mit kurzen Stopps – drei bis dreieinhalb Stunden im Fahrzeug, fünf bis sieben Stopps, und Santana selbst sind zwanzig Minuten, kein Freilichtdorf. Buchen Sie sie, wenn Sie Abwechslung wollen: Strohdachhäuser, Lorbeerwald, eine kahle Halbinsel und ein Gipfelstopp an einem Tag. Wenn Sie reine Landschaft wollen und nur einen Tag haben, ist der Westen die bessere Runde. Für die meisten, die sich für den Osten entscheiden, ist die Tour mit den meisten Bewertungen auch die kürzeste: die Ost-Tour über Pico Arieiro, Santana und Laurissilva, 36,48 € für 7 Stunden.
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Die Osttour verkauft sich über ein einziges Bild: die dreieckigen Strohdachhäuser von Santana. Wer nur deshalb bucht, sollte wissen, wie der Rest des Tages aussieht – denn Santana ist der kürzeste Stopp von allen.
Die Rechnung: acht Stunden, davon wie viel im Bus?
Drei Ostrouten zeigen das Muster. Die Ost-Tour über Pico Arieiro, Santana und Laurissilva kostet 36,48 € für 7 Stunden (4,8 Sterne, 3.238 Bewertungen), die Ost-Madeira: Tagestour mit Rumverkostung 35 € für 8 Stunden (4,7 Sterne, 1.804 Bewertungen), und die geführte Tour im Osten der Insel Madeira und Laurissilva-Wanderung 40 € für 7 Stunden (4,8 Sterne, 1.413 Bewertungen). Alle drei fahren dieselbe Schleife: über die Berge nach Norden, an der Nordostküste entlang nach Santana, hinunter zur Ostspitze, über die Südostküste zurück.
Grob gerechnet sitzen Sie drei bis dreieinhalb Stunden im Fahrzeug. Das ist kein Mangel, sondern Geografie: Madeira hat keine geraden Straßen. Von Funchal zum Pico do Areeiro sind es rund 45 Minuten Serpentinen, von dort nach Ribeiro Frio zwanzig, bis Santana knapp dreißig. Der Rest verteilt sich auf fünf bis sieben Stopps von zwanzig bis fünfundvierzig Minuten plus Mittagspause. Wer sich unter „Ganztagestour“ acht Stunden Aufenthalt vorstellt, rechnet falsch.
Fünf Ostrunden im Vergleich
| Tour | Dauer | ab | Bewertung | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| Ost-Tour über Pico Arieiro, Santana und Laurissilva | 7 Stunden | 36,48 € | 4,8 (3.238) | Wer den Osten zum ersten Mal macht |
| Ost-Madeira: Tagestour mit Rumverkostung | 8 Stunden | 35 € | 4,7 (1.804) | Wer den ganzen Tag unterwegs sein will und zum Schluss eine Verkostung |
| Geführte Tour im Osten der Insel Madeira und Laurissilva-Wanderung | 7 Stunden | 40 € | 4,8 (1.413) | Wanderer, die Ribeiro Frio zu Fuß wollen, nicht nur den Parkplatz |
| Pico do Areeiro nach Santana im 4x4 | 7 Stunden | 67 € | 4,7 (331) | Kleine Gruppen, die lieber im Geländewagen sitzen als im Van |
| Halbtagestour ins Nonnental | 3,5 Stunden | 28 € | 4,5 (2.391) | Wer acht Stunden zu lang findet, und Familien mit kleinen Kindern |
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Santana ehrlich: zwanzig Minuten, kein Freilichtdorf
Die palheiros – die weiß-rot gestrichenen Häuschen mit dem bis zum Boden gezogenen Strohdach – waren einmal die normalen Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Nordküste. Inselweit existieren noch rund hundert, die wenigsten im Originalzustand. Was Sie auf der Tour sehen, ist die Gruppe restaurierter und teils nachgebauter Häuser im Ortskern von Santana, am Rathaus, mit Kunsthandwerk im Inneren.
Das ist ein Fotostopp: zwanzig Minuten, selten mehr als eine halbe Stunde, und Sie stehen nicht allein davor. Santana selbst ist ein moderner Ort mit Supermarkt und Betonbauten – die Häuser sind darin ein gepflegtes Ensemble, kein erhaltenes Dorf.
Wer eine unberührte Ortschaft erwartet, wird enttäuscht. Wer weiß, was kommt, findet es trotzdem sehenswert: Die Bauform gibt es nirgends sonst, und die grüne Nordküste ist ein anderer Planet als Funchals Hotelzone.
Ribeiro Frio: der Lorbeerwald zum Anfassen
Für viele der heimliche Höhepunkt. Ribeiro Frio liegt auf rund 860 Metern im Laurissilva, dem subtropischen Lorbeerwald, den es in dieser Ausdehnung nirgends sonst gibt und der als UNESCO-Welterbe geschützt ist. Dort gibt es eine Forellenzucht und einen kurzen, fast ebenen Levada-Weg zum Aussichtspunkt Balcões – gut zwanzig Minuten pro Richtung, breit, ohne Steigung.
Ob Ihre Tour den Weg mitgeht, ist der entscheidende Unterschied zwischen zwei sonst gleich aussehenden Angeboten; manche halten nur am Parkplatz. Die geführte Tour im Osten der Insel Madeira und Laurissilva-Wanderung trägt es schon im Namen – das klarste Signal, das Sie bekommen. Wer richtig laufen will, ist ohnehin bei den Levada-Wanderungen besser aufgehoben.
Ponta de São Lourenço: schauen, nicht laufen
Die Ostspitze ist das Gegenteil vom Rest Madeiras: kahl, baumlos, rotbraun, vom Wind geformt. Es ist trocken dort draußen, deshalb wächst nichts Hohes.
Eine Tagestour hält am Aussichtspunkt: schauen, fotografieren, wieder einsteigen. Der Weg über die Landzunge ist eine eigene Unternehmung – rund sieben Kilometer hin und zurück, je nach Tempo zweieinhalb bis vier Stunden, und auf der ganzen Strecke kein Baum, kein Unterstand. Das gehört auf einen anderen Tag, nicht in ein Achtstundenprogramm mit fünf weiteren Zielen.
Der Areeiro-Stopp ist nicht die Sonnenaufgangstour
Gleicher Berg, andere Uhrzeit, andere Chance. Auf 1.818 Metern hält die Osttour vormittags. Bis dahin hat die Sonne die Hänge aufgeheizt, feuchte Luft steigt – Wolken bilden sich im Tagesverlauf eher, als dass sie sich auflösen. Die berühmten Bilder vom Wolkenmeer entstehen früh; am späten Vormittag stehen Sie mit derselben Wahrscheinlichkeit im Nebel wie darüber.
Kein Argument gegen den Stopp, aber eines gegen die Erwartung. Wer den Gipfel als Hauptziel will, bucht ihn getrennt – dazu haben wir einen Beitrag über den Pico do Areeiro mit Kindern; die Frühfahrten stehen unter Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
Machico, Camacha und der Rest der Schleife
Auf dem Rückweg liegen je nach Anbieter Machico und Camacha. Machico an der Südostküste ist der Anfang von allem: Hier gingen 1419 die ersten Portugiesen an Land, bis Ende des 15. Jahrhunderts war der Ort Hauptstadt der Insel. Heute eine ruhige Bucht mit einem der wenigen Sandstrände Madeiras – der Sand wurde aufgeschüttet. Camacha hoch über Funchal ist die Korbflechter-Ortschaft; praktisch heißt das meist Werkstatt mit Verkaufsraum. Netter Abschluss, kein eigenes Reiseziel.
Der Satz, der auf Madeira alles entscheidet
In Funchal und in den Bergen ist unterschiedliches Wetter – gleichzeitig. An der Promenade scheint die Sonne, während die Gipfel in Wolken stecken und es im Norden regnet. Deshalb ist eine geführte Tour hier mehr wert als anderswo: Der Guide sieht am Morgen, wo es zieht, und dreht die Reihenfolge um oder tauscht einen Stopp. Mit dem Mietwagen fahren Sie Ihren Plan – manchmal in eine graue Wand. Mehr dazu im Wetter in Funchal und in den Bergen.
Ost oder West, wenn nur ein Tag bleibt
Ehrliche Antwort: für die meisten der Westen. Er ist landschaftlich spektakulärer, und das zeigt sich in der Nachfrage – die große Westrunde sammelt 9.707 Bewertungen, die meistbewertete Osttour kommt auf 3.238. Der Osten gewinnt, wenn Sie Abwechslung wollen statt reiner Panoramen: Strohdachhäuser, Lorbeerwald, ein historischer Ort, eine Halbinsel wie aus einem anderen Land. Wer zwei Tage hat, nimmt beide; die Routen überschneiden sich kaum.
Für wen die Tour nichts ist
Wer wandern will. Hier wird ausgestiegen, geschaut, eingestiegen; der längste Fußweg sind zwanzig Minuten nach Balcões.
Wer auf kurvigen Bergstraßen empfindlich reagiert. Die Strecke über Poiso und hinab nach Santana ist eine Serpentine nach der anderen, dazu 1.800 Höhenmeter in einer Stunde. Wie Sie das vertragen, wissen nur Sie selbst – im Zweifel ist das eine Frage an Ihren Arzt, nicht an einen Reiseblog.
Wer Stopps unter einer halben Stunde nicht mag. Eine Rundfahrt ist ein Überblick. Wer irgendwo länger bleiben will, bucht eine private Tour.
Ein Mindestalter nennen wir bewusst nicht: Die Anbieter setzen unterschiedliche Grenzen, und was gilt, steht auf der jeweiligen Buchungsseite. Manche Routen brauchen ein vorab gekauftes Ticket – bei einer geführten Tour kümmert sich der Anbieter darum.
Unsere Empfehlung
Für die meisten: die Ost-Tour über Pico Arieiro, Santana und Laurissilva, 36,48 € für 7 Stunden. Sie hat von allen Osttouren die meisten Bewertungen, bei 4,8 Sternen, und ist mit sieben Stunden eine Stunde kürzer als die Achtstunden-Varianten – das merkt man an einem Tag mit so viel Fahrzeit. Der Tag mit Rumverkostung kostet 35 €, anderthalb Euro weniger, und dauert eine Stunde länger.
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Wer bei Ribeiro Frio laufen will: die geführte Tour im Osten der Insel Madeira und Laurissilva-Wanderung, 40 € für 7 Stunden. Die zusätzlichen dreieinhalb Euro kaufen den einen Stopp, an dem der Osten mehr ist als ein Aussichtspunkt.
Für kleine Gruppen, die die Runde im Geländewagen wollen: Pico do Areeiro nach Santana im 4x4, 67 € für 7 Stunden. Fast das Doppelte an Preis, und die Route ist dieselbe – es lohnt sich wegen des Fahrzeugs und der Gruppengröße, nicht wegen des Programms.
Wenn acht Stunden zu viel klingen: die Halbtagestour ins Nonnental, 28 € für dreieinhalb Stunden. Eine ganz andere Richtung, aber eine ehrliche Antwort für alle, die keinen Urlaubstag im Bus verbringen wollen.
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Für wen der Osten die falsche Wahl ist: wer wandern will, wer auf Serpentinen reisekrank wird, und wer nur einen Tag hat und die spektakulärste Landschaft will – das ist der Westen.
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