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Sehenswürdigkeiten auf Madeira: was sich lohnt – und was man sich sparen kann

Aktualisiert 2. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Wanderin auf einem schmalen Klippenweg hoch über der Küste Madeiras im Abendlicht

Madeira ist 57 Kilometer lang, 22 Kilometer breit und an der höchsten Stelle 1.862 Meter hoch. Diese drei Zahlen erklären fast alles: Auf der Fläche eines mittleren Landkreises steckt ein Gebirge. Deshalb dauert jede Fahrt länger, als die Karte verspricht, deshalb liegt hinter jedem Tunnel ein anderes Klima – und deshalb ist Madeira ein Bergziel und kein Badeziel.

Die Regel, die vor allem anderen kommt

An der Promenade von Funchal kann die Sonne scheinen, während gleichzeitig der Fanal im Nebel liegt und die Gipfel in einer geschlossenen Wolke stecken. Das ist der Normalfall: eine trockene Südseite, eine feuchte Nordseite und dazwischen ein Kamm, an dem sich die Wolken stauen.

Daraus folgt zweierlei. Der Blick in die Wetter-App für „Madeira“ ist wertlos, weil er eine Insel beschreibt, die es so nicht gibt – warum, steht im Wetter zwischen Funchal und den Bergen. Und eine geführte Tour ist hier mehr wert als anderswo: Der Guide entscheidet morgens, welche Route heute etwas hergibt.

Die meisten Touren starten in Funchal. Die Stadt selbst lassen wir hier bewusst weg – dafür gibt es die Sehenswürdigkeiten in Funchal. Hier geht es um die Insel drumherum.

Pico do Areeiro: der Gipfel, an den man fahren kann

Mit 1.818 Metern der dritthöchste Berg der Insel und der einzige der großen, zu dem eine Straße führt; vom Parkplatz sind es wenige Minuten zum Aussichtspunkt. Von Funchal rund 25 Straßenkilometer über Poiso, in der Praxis 40 bis 50 Minuten: eng, kurvig, im Morgennebel fährt niemand schnell.

Wann es sich lohnt: über den Wolken. Liegt die Wolkendecke unterhalb von 1.800 Metern, stehen Sie im Sonnenlicht über einem weißen Meer, aus dem nur die anderen Gipfel ragen.

Ehrlich dazu: Genauso oft steht man mitten in der Wolke und sieht dreißig Meter weit. Zum Sonnenaufgang ist der obere Parkplatz früh voll, und es ist kälter, als Urlauber erwarten – einstellige Temperaturen im Wind sind hier auch im Sommer normal. Ohne eigenes Auto und ohne Parkplatzsuche: Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ab 19 €.

Pico Ruivo und der PR1: die Königsetappe

Der Pico Ruivo ist mit 1.862 Metern der höchste Punkt Madeiras – und nur zu Fuß erreichbar, ohne Ausnahme. Zwei Wege sind sinnvoll:

  • Von Achada do Teixeira, oberhalb von Santana im Norden: 2,8 Kilometer je Richtung, rund anderthalb Stunden hin und zurück. Der einfachste Weg auf den höchsten Berg der Insel, gut ausgebaut.
  • Der PR1 vom Pico do Areeiro herüber, offiziell gut sechs Kilometer in eine Richtung, über den Pico das Torres (1.851 m), durch Tunnel und über lange Treppenabschnitte. Rund drei Stunden für die eine Richtung – wer zum Auto zurück muss, läuft alles noch einmal.

Für den PR1 als Einbahnstrecke braucht man einen Transfer am anderen Ende, deshalb wird er fast immer gebucht statt selbst organisiert: 48 € für rund 8 Stunden, 4,5 Sterne aus über 2.800 Bewertungen.

Ein Hinweis: Die ausgewiesenen Wanderwege brauchen ein vorab gekauftes Ticket mit Zeitfenster, einzelne Abschnitte können nach Unwettern oder Bränden gesperrt sein. Beträge und Sperrungen ändern sich zu oft für eine Zahl im Artikel – bei einer geführten Wanderung übernimmt das der Anbieter.

Die Levadas: der eigentliche Grund, hierherzukommen

Levadas sind schmale Wasserkanäle, über Jahrhunderte in die Hänge geschlagen, um Regen von der feuchten Nordseite auf die trockene Südseite zu bringen – weit über 2.000 Kilometer. Fast überall läuft ein Wartungspfad daneben, und dieser Pfad ist heute das Wanderwegenetz der Insel.

Der Reiz: Sie folgen dem Gefälle des Wassers und sind deshalb fast eben – Lorbeerwald und Schluchten ohne die Höhenmeter, die eine vergleichbare Aussicht anderswo kostet. Der Preis sind Tunnel, in denen man eine Lampe braucht, und Passagen mit Abgrund auf einer Seite.

Mit 170 Angeboten ab 16,50 € ist das die größte Kategorie im Bestand. Welche Route für den Anfang taugt und welche eher nicht, steht in Welche Levada als erste?; den Überblick gibt es unter Levada-Wanderungen.

Rabaçal und die 25 Fontes

Rabaçal liegt versteckt im Westen der Insel, unterhalb der Hochebene Paúl da Serra. Von dort führen mehrere Levadas los, die bekannteste zu den 25 Fontes: ein Talkessel, in den aus der Felswand Dutzende Rinnsale fallen – die meistfotografierte Wanderung Madeiras, entsprechend gut besucht.

Eine Besonderheit gehört zur Anfahrt: Die letzte Strecke hinunter ins Tal ist für den allgemeinen Verkehr gesperrt, man geht zu Fuß oder nimmt den Shuttle. Rechnen Sie mit einem ganzen Tag. Mehr in der Wanderung zu den 25 Fontes; als geführte Tagestour liegt das Rabaçal-Tal bei 48 €, 4,8 Sterne aus über 2.500 Bewertungen.

Fanal: nur bei Nebel

Eine Hochweide auf rund 1.150 Metern am Nordwestrand des Paúl da Serra, auf der einzelne jahrhundertealte Stinklorbeerbäume stehen. Bei Nebel einer der eigentümlichsten Orte Europas, bei Sonne eine grüne Wiese mit alten Bäumen und Kühen – hübsch, aber keine anderthalb Stunden Anfahrt wert. Warum, steht in Fanal: warum Nebel dort der bessere Fall ist. Ein Linienbus fährt nicht hin; ohne Mietwagen kommen Sie nur mit einer Tour dorthin.

Porto Moniz, Seixal und die Nordküste

Porto Moniz liegt im äußersten Nordwesten, rund 50 Kilometer von Funchal, über die Tunnelstrecke etwa eine Stunde. Berühmt sind die natürlichen Meerwasserbecken aus erstarrter Lava, die sich mit jeder Flut erneuern: ein bewirtschafteter Bereich mit Aufsicht und Duschen, daneben freie, rauere Becken.

Ehrlich: Bei Seegang sind die Becken gesperrt, und an der Nordküste ist Seegang keine Seltenheit – wer nur ihretwegen die Insel durchquert, braucht einen Plan B. Umgekehrt lohnt sich die Fahrt fast immer, weil die Strecke selbst die Attraktion ist: senkrechte Wände, Wasserfälle neben der alten Straße, der Aussichtspunkt Véu da Noiva zwischen Seixal und São Vicente.

Seixal, östlich von Porto Moniz, hat die schöneren Becken: schwarzer Fels, ein Lavabogen über dem Zugang, weniger Betrieb. Der Weg hinunter ist steil.

Diese Westrunde – Cabo Girão, Porto Moniz, Seixal, Fanal – ist die meistgebuchte Landtour der Insel: 69 €, 8 Stunden, 4,9 Sterne aus über 9.500 Bewertungen. Die Geländewagenvariante kommt auch auf die schmalen Nebenstrecken: Jeep- und 4x4-Touren ab 33 €.

Cabo Girão und Câmara de Lobos

Der Cabo Girão westlich von Funchal fällt rund 580 Meter fast senkrecht ins Meer, oben hängt eine Plattform mit Glasboden über der Kante. Die Werbung nennt ihn das höchste Kliff Europas; unbestritten ist das nicht, in Norwegen stehen höhere. Unbestritten sind Blick und Zeitbedarf: eine Viertelstunde. Als Tagesziel taugt er nicht, als Stopp nach Westen fast immer.

Câmara de Lobos, acht Straßenkilometer westlich von Funchal, ist der Fischerort, den Winston Churchill 1950 gemalt hat: bunte Boote, ein enger Hafen, Kneipen mit Poncha. Eine Stunde reicht, und weil der Ort so nah liegt, kommt man mit dem Linienbus hin.

Curral das Freiras und das Zentralgebirge

Das „Nonnental“ liegt in einem Kessel im Inselinneren, ringsum senkrechte Wände. Der klassische Blick ist der vom Eira do Serrado auf 1.095 Metern, gut eine halbe Stunde von Funchal. Unten gibt es Kastanien in jeder denkbaren Form.

Einer der wenigen großen Orte, die als Halbtagestour funktionieren: ab 25,20 € für 3,5 Stunden. Wer wenig Zeit hat oder das Wetter abwarten will, fährt hierhin, ohne den ganzen Tag zu verplanen.

Ponta de São Lourenço: die Ostspitze

Ganz im Osten läuft Madeira in eine schmale, kahle Halbinsel aus, die nicht mehr nach Madeira aussieht: kein Wald, kaum Grün, rote und ockerfarbene Gesteinsschichten, links und rechts der Atlantik. Der PR8 führt von der Baía d’Abra zum Casa do Sardinha, offiziell rund vier Kilometer je Richtung, veranschlagt sind zweieinhalb Stunden; die meisten sind länger unterwegs.

Ehrlich: Kein Schatten auf der ganzen Strecke und selten Windstille. Mittags im Sommer ist das kein Vergnügen, früh morgens oder am späten Nachmittag einer der schönsten Wege der Insel. Vom Flughafen liegt die Halbinsel gleich um die Ecke.

Santana: der ehrliche Fall

Die dreieckigen strohgedeckten Häuschen von Santana an der Nordküste stehen in jedem Madeira-Prospekt. Was dort nicht steht: Es wohnt niemand mehr darin. Die Reihe neben dem Rathaus ist erhaltenes Kulturgut, teils Andenkenladen, der Besuch dauert zwanzig Minuten.

Kein Grund, es auszulassen – aber einer, nicht dafür anzureisen. Santana ergibt Sinn als Stopp auf einer Nordost-Runde, mit dem Pico do Areeiro oder den Lorbeerwäldern bei Ribeiro Frio. Genau so wird es verkauft: eine Ost-Runde mit Pico do Areeiro, Santana und Laurissilva liegt bei 36,48 € für 7 Stunden, 4,8 Sterne aus über 3.100 Bewertungen.

Und das Meer?

Nicht die Hauptsache, aber auch nicht nichts. Vor Madeira leben ganzjährig Delfine, dazu ziehen verschiedene Walarten durch – die Chance ist hoch, garantiert ist sie nie. Der meistgebuchte Ausflug der Insel überhaupt ist eine Katamaranfahrt zur Wal- und Delfinbeobachtung für 35 €: Wale und Delfine ab 35 €, Bootstouren ab 16,50 €. Aktiver geht es in den Schluchten des Zentralgebirges: Canyoning und Abenteuer ab 19 €.

Auto, Bus oder Tour?

Nüchtern: Mit dem Mietwagen sind Sie flexibel und können warten, bis der Nebel richtig steht. Dafür fahren Sie auf schmalen Bergstraßen mit Steigungen, die man aus Mitteleuropa nicht kennt – und wissen morgens nicht, wo heute die Wolke hängt.

Linienbusse fahren an die größeren Küstenorte – Câmara de Lobos, Machico, Santana, mit Geduld auch Porto Moniz. In die Berge fahren sie praktisch nicht: Fanal, Rabaçal und Achada do Teixeira sind ohne eigenes Fahrzeug nur mit einer Tour zu erreichen.

Der Bestand für Madeira umfasst derzeit 387 Angebote ab 10 €, Median 60 €, zusammen rund 129.651 Bewertungen. Wer als Gruppe unterwegs ist oder das Programm selbst bestimmen will, findet unter Private Touren ab 40 € die Variante, bei der man auch mal stehen bleiben darf, weil das Licht gerade richtig ist.

Zum Weiterschauen: Levada-Wanderungen ab 16,50 € · Jeep- und 4x4-Touren ab 33 € · Wale und Delfine ab 35 € · Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ab 19 € · Private Touren ab 40 €

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